Pressebericht: Das war der reinste Faschingszirkus

Was für einen Zirkus veranstalteten die Nachwuchswölfe am Sonntagnachmittag in der Manege der Main-Tauber-Halle. Das Publikum war begeistert.

Wertheim. Viel versprochen und alles gehalten haben die jungen Wölfe bei ihrer Kindersitzung am Sonntagnachmittag in der voll besetzten Main-Tauber-Halle. Vielleicht haben sich die Nachwuchsnarren der Wolfschlucht Concordia Wertheim (WCW) ja besonders ins Zeug gelegt, weil es die Abschlussvorstellung ihrer bisherigen Chef-Dompteurinnen Monika Busch und Martina Karlein war, die nach vielen Jahren die Verantwortung in andere Hände legen. Auf jeden Fall glänzte diese Darbietung in der Manege des Zirkus Concordia gut zweieinhalb Stunden lang mit zahlreichen Höhepunkten.

Anspruchsvoll

"Es ist Fasching!", jubelte schon der achtköpfige Eröffnungschor im Prolog. Und Sitzungspräsident Tristan Fabig versprach: "Der Besuch wird sich lohnen." Wie schon zu Beginn der "großen" Sitzungen ernteten Prinzessin Katharina vom Konfettiberg und Prinz Emil, Eure wirbelnde Eminenz, Beifallsstürme für ihre gerappte Rede mit dem Appell: "Wir brauchen jeden Mann, vor allem jedes Kind, das richtig feiern kann." In brandneuen Uniformen und mit einigen neuen Tänzerinnen wirbelte die Mittlere Garde über die Bühne und sorgte mit ihrer anspruchsvollen Darbietung dafür, dass das Stimmungsbarometer weiter stieg.

"Jede Menge Appläuse für die WCW-Tanzmäuse" würde es geben, war sich der Sitzungspräsident sicher und sollte recht behalten. Den Beifall des Publikums hatten sich die bezaubernden "Pierrots", toll geschminkt und in schönen Kostümen, mit ihrem hübsch anzusehenden Tanz redlich verdient. Im richtigen Zirkus inzwischen heftig umstritten, konnte das Publikum gegen die Raubtierdressur des Prinzenpaares nichts einzuwenden haben. Während Prinzessin Katharina die "Tiger" durch Reifen springen ließ, wollte Prinz Emil gemeinsam mit den "wilden Vierbeinern" lieber zeigen, warum er den Beinamen "wirbelnde Eminenz" trägt.

Durch den Kakao gezogen

Es war an diesem Nachmittag des Öfteren von Tradition die Rede - auch bei der Ankündigung der nächsten Nummer: Denn "jetzt steigt jemand in die Bütt, der ist in dem Job echt fit". Und das stellte Julia Bannwarth glänzend unter Beweis. Die neue Bühne sei gebaut worden, "damit man meinen Papa jetzt endlich sieht und es nicht mehr so wirkt, als ob er kniet", spöttelte sie über den "großen" Sitzungspräsidenten Michael Bannwarth und zog ihn in den folgenden Minuten liebevoll, aber kräftig durch den Kakao.

Eine "sichere Bank" im Programm der Kinderfremdensitzung war die Bauchtanztruppe, die das Publikum diesmal statt in den Orient eher nach Lateinamerika entführte. "Schneller, höher, weiter" hieß es bei den Turnerjungs auf dem Boden, dem Trampolin und durch Ringe. Und noch einmal gab es eine "Raubtierdressur". Diesmal schlugen sich die Dompteure der WCW-Kids unter anderem mit Leoparden und Löwen herum und lieferten einen weiteren, schönen Beweis dafür, dass sich der Wölfe-Nachwuchs und ihre Trainer ernsthaft mit dem für die diesjährige Kampagne gewählten Motto auseinandergesetzt hatten.

Zu den Traditionen, die seit langem gepflegt werden, gehört, "dass einer auf der Bühne steht, der fleißig an der Orgel dreht". Und so manchem "Alt-Wolf" dürfte das Herz aufgegangen sein, denn das war in diesem Jahr zum ersten Mal "der jüngste Frischmuth hier in unserer Stadt". Der kleine Leo erledigte seine anspruchsvolle Aufgabe mit Bravour und trat würdig in die Fußstapfen von Vater und Großvater.

Eine weitere Reminiszenz an die Vergangenheit: Schon einmal wurde bei einer Kindersitzung die Resi mit dem Traktor abgeholt. Auch diesmal war die Minigarde dabei und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Denn einmal mehr eroberten die kleinsten Wölfe die Herzen der Zuschauer im Sturm. Zwischenzeitlich übernahm auf der Empore Maximilian Brüstle gekonnt Stuhl und Mikrofon des Präsidenten. Warum, das war in der Manege zu sehen.

Hier lieferten Tristan Fabig und Aaron Distelhorst eine weitere Glanznummer des Nachmittags und ihrer noch jungen "Karriere" ab. In der Maske eines Horrorclowns der eine und der andere in der des traditionellen Clowns verkleidet, präsentierten sich die beiden als Vollblutkarnevalisten, von denen noch viel zu erwarten ist. Der Showtanz leitete zum Finale über und auch bei dieser Darbietung zeigte sich, dass die WCW sich um ihren Nachwuchs kaum Sorgen machen muss - wenn es ihr denn gelingt, diesen bei der Stange zu halten.

Vor dem Schlusslied wurde es dann kurz noch ein bisschen wehmütig und es floss auch das eine oder andere Tränchen. Denn Oberwolf Heiko Krimmer dankte und verabschiedete Monika Busch und Martina Karlein, die viele Jahre lang die Verantwortung für die Kinderfremdensitzung getragen und sie zu einer echten "Marke" im närrischen Programm der Wölfe entwickelt haben. Mit der amtierenden Prinzessin Susanne Oetzel-Paczkowski und ihrer Vorgängerin Bianca Schomber konnte er aber auch gleich die Nachfolgerinnen präsentieren. Die beiden treten in große Fußstapfen.

Bericht von FN Elmar Kellner

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